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Demagogie hat einen Namen:
Guido Westerwelle!
Was versteht man heute ganz allgemein und im herkömmlichen Sinne unter Demagogie? „Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“ – Martin Morlock 1977 –
Das ist die negative Beschreibung eines Begriffes, welcher noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts positiv besetzt war und „begnadeten“ Rednern Wertschätzung einbrachte.
Erst danach bekam der Begriff eine sehr negative Bedeutung. Die „politische Reaktion“,
- Bezeichnung für antidemokratische und gegen den gesellschaftlichen Fortschritt eingestellte Kräfte bzw. eine Haltung, die rückwärtsgewandt ist -,
brandmarkte ihre Gegner als Demagogen und leitete zahlreiche Repressalien, wie Zensur und Lehrverbote etc. gegen liberale Gruppen und Einzelpersonen ein.
Unter dem Namen Demagogenverfolgung gingen z.b. Vertreter des „ Deutschen Bundes“ gegen Menschen vor, die man der Subversion und des Aufruhrs beschuldigte. Nach der Juli-Revolution von 1830 wurden die Maßnahmen gegen die „demagogischen Umtriebe“ noch verstärkt.
Die heutige Wahlkampf-Rede des Parteivorsitzenden der FDP, Guido Weserwelle, erfüllt sicherlich Aufzählungspunkte der Definition von Martin Morlock (1977), aber nicht alle. Diese Definition trägt nicht Rechnung für aussergewöhnlich intellektuelle, rednerische, stilistische und inhaltliche Leistungen. Die Westerwelle-Rede war nicht darauf angelegt, „den Massen zu schmeicheln“, jedenfalls nicht in beleidigend plumper Weise, wie wir das z.B. von einem Ludwig Stiegler, der hier in der Region immer noch als „begnadeter Redner“ gefeiert wird, kennen.
Westerwelle hat sein Publikum als intellektuell Informierte und politisch Gebildete, also als Gleichwertige angesprochen, - sicher, das ist auch eine Art seinem Publikum zu schmeicheln -!
Aber diese Strategie beschämt nicht, wenn Inhalte anspruchsvoll sind und zeigen, daß man die Zuhörer nicht unterschätzt. Genau so war seine Rede angelegt und ich muß zugeben, ich habe bis zur letzten Minute, ohne Ermüdungsgefühle, gespannt zugehört (im Gegensatz zum Merkel-Steimeier-Auftritt)!
Er hat nicht nur seine Parteimitglieder, sondern auch die Fernsehzuschauer als gleichwertiges Gegenüber mitgenommen. Weder Ton, Lautstärke, noch Gestik waren dozierend, geschweige denn von oben herab belehrend, oder besserwisserisch angelegt. Es fehlten bei ihm Fistel-Tremolo, durchsichtige Beschwörungen, rechthaberisches Verkündigungsgehabe, Einpeitsch-Klischees und vor allem der bellende Ton sonstiger politischer HeislbringerInnen.
Im krassen Unterschied dazu standen in der nachfolgenden Berichterstattung vom „Kleinen Parteitag der GRÜNEN“, die Reden von Cem Özdemir und Claudia Roth, wobei beide das Pech hatten, nach Westerwelle vorgestellt zu werden und damit deren rednerische Schwächen, im direkten Vergleich mit Westerwelle, sehr offensichtlich wurden.
Tröstlich für sie mag sein: Schlimmer waren und sind die Reden von Stoiber, Beck, Beckstein, Schröder, Steinmeier, Steinbrück und Münthefering, so wie regional, Richter, Rittmann und OB Seggewiß!
Ich habe bei dieser Gegenüberstellung von Reden und RednerInnen bewußt nicht die inhaltlichen und politischen Aussagen selbst in meine Bewertung einbezogen, denn man mag es drehen und wenden: „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ Otto von Bismarck
Mir ging es darum, das Bild eines begnadeten Redners zu zeichnen, nämlich Guido Westerwelle, den man, im ehrenden Sinne von Perikles, als Demagogen bezeichnen kann.
Ich werde aber weder mit der Erststimme, noch mit der Zweitstimme die FDP wählen, denn so logisch, klar, stringent und virtuos die Ziele dieser Partei auch vorgetragen wurden, es sind nicht meine Vorstellungen von einer zukünftigen Gesellschaftsordnung.
„Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.“ Otto von Bismarck
...und Westerwelle beherrscht sie, diese Kunst!
DER WAHRE CHARAKTER EINES MENSCHEN ZEIGT SICH NICHT BEI DER ERSTEN BEGEGNUNG, SONDERN BEI DER LETZTEN
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